Hinteres Lauterbrunnental, Lauterbrunnen

Eine wilde Alpenlandschaft mit einem beeindruckenden Gipfelpanorama auf mehrere Drei- und Viertausender.

 

1947 erwarb Pro Natura aus dem Erlös einer Schoggitaleraktion die Alp Untersteinberg. Durch den Kauf der Alp Breitlauenen 1954 wurde das Schutzgebiet auf eine Fläche von ca. 5 km2 erweitert. In der Folge stellte der Berner Regierungsrat im Jahr 1960 das ganze Hintere Lauterbrunnental (rund 25 km2) unter kantonalen Schutz.

Die grossartige Hochalpenlandschaft ist landschaftlich sehr vielfältig und zeichnet sich durch seine grosse Pflanzenvielfalt aus. Am Rand der Gletscher entspringen zahlreiche Wildbäche, die auf ihrem Weg ins Tal unter grossem Tosen mehrere Geländestufen passieren. Die vielen verschiedenen Bergbäche beherbergen eine grossartige Vielfalt an Gewässerinsekten. Insbesondere die als gute Bioindikatoren geltenden Steinfliegen sind mit rund 20 Arten vertreten. Besonders sehenswert sind der Holdribach- und der Talbachfall. Bei letzterem schiessen die herunterstürzenden Wassermassen mit grosser Geschwindigkeit durch einen engen Felsring. Das Tal bietet eine abwechslungsreiche Vegetation mit einem schönen Hochmoor und vielen farbenprächtigen Bergwiesen. Die ausserordentliche Pflanzenvielfalt ist u.a. auf das Aufeinandertreffen von Silikat- und Kalkgestein zurückzuführen. Neben unzähligen Blütenpflanzen wurden im Hinteren Lauterbrunnental 66 Vogelarten gesichtet, wobei mindestens 25 davon brüten. Typische Brutvögel sind Haselhuhn, Rotkehlchen, Zitronenzeisig, Alpenbraunelle und Alpenschneehuhn. Gemsen und Steinböcke können oft an den Berghängen beobachtet werden.

 

© C. Roesti
© C. Roesti

Am 13. August 2009 wurde Medien und Öffentlichkeit das neue Besucherinformationssystem vorgestellt, das mit leicht verständlichen Informationstafeln zur Entdeckung der Naturperle einlädt. Neu ist auch ein attraktiver, farbiger Faltprospekt mit Karte des Schutzgebiets erhältlich, der viele Informationen über die Landschaftsgeschichte und die Lebensräume sowie Wandervorschläge enthält. Er kann gratis bestellt werden.
Ein Informationsblatt von Pro Natura (Pdf-Format) können Sie rechts herunterladen.

2011 wurde das neu erarbeitete Schutzkonzept verabschiedet, welches für die nächsten 15 Jahre die Schutzziele und die entsprechenden Massnahmen sowie die Wirkungskontrolle festlegt. Als eine Folge davon wurde 2012 während der Sommersaion erstmals ein Ranger angestellt. Er wird auch in den nächsten Jahren von Juni bis Mitte Oktober das Schutzgebiet betreuen und neben Besucherinformation auch die Aufsicht und verschiedene Monitoringaufgaben wahrnehmen.