Biber @ Peter Lakerveld

Biber helfen der Bibere

So gross wie vier Fussballfelder ist das Gebiet, das Pro Natura Bern für die Renaturierung eines Abschnitts des Flusses Bibere in Ferenbalm gekauft hat. Nun wird diese alte Aue wieder zum Leben erweckt. Dabei soll der Biber als der geborene Landschaftsingenieur die tragende Rolle übernehmen.

Vorgeschichte

Angefangen hat alles damit, dass sich im Winter 2007/08 ein Einzeltier an der Bibere im Abschnitt des heutigen Projektgebiets niedergelassen hat. Schon bald lebte dort eine ganze Biberfamilie, welche im November 2009 mit einigen Dämmen einen Bach staute und damit Landwirtschaftsgebiet überflutete. Als Sofortmassnahme wurden daraufhin einzelne Biberdämme entfernt. Die periodischen Überschwemmungen konnten aber nicht verhindert werden. Es galt, nachhaltigere Lösungen zu finden. Pro Natura Bern schlug anlässlich einer Begehung vor, die drei Hektaren grosse und mittlerweile stark vernässte Landfläche zu erwerben. Im Dezember 2012 konnte das Land dann gekauft werden.

Projektidee

Von Anfang an war es die Grundidee, dem Biber zu ermöglichen, das Gebiet selber umzugestalten. Der Nager soll dazu mittels einiger Initialmassnahmen wie dem Umleiten des Bachs und dem Pflanzen von Weiden in die Fläche gelockt werden. Weitere Projektideen sind seither dazugekommen: So ist geplant, die bisher fehlende Längsvernetzung des Flusses Bibere im Projektgebiet wieder herzustellen und damit die Fischgängigkeit zu sichern sowie den Bachlauf strukturell aufzuwerten. Für die wichtige Zielart Laubfrosch sollen zwei ablassbare Teiche gebaut werden. Zudem soll eine bestehende Abwasserreinigungsleitung, welche das Projektgebiet quert, verlegt werden. Damit kann das ökologische Potential der Fläche noch einmal markant erhöht werden.

Vor der Umsetzung

2018 konnte mit der konkreten Umsetzung des breit abgestützten Ausführungsprojektes gestartet werden. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Fläche in den nächsten Jahren verändern wird. Das Projektgebiet zeigt momentan noch die typische Artzusammensetzung einer teilweise bewaldeten Kulturlandschaft des Schweizer Mittellandes. Das dürfte sich bald ändern und es wird eine vielfältige Biberaue entstehen. Das Projekt bietet zudem die einmalige Gelegenheit, den langfristigen Einfluss des Bibers auf Landschaft und Biodiversität genau zu dokumentieren. Zu diesem Zweck ist ein professionelles Monitoring angelaufen. Ein in der Schweiz einzigartiges Projekt entsteht.

Die Biberaue Ferenbalm wird finanziell unterstützt durch Beiträge des Renaturierungsfonds des Kantons Bern, der Ökofonds BKW und ewb sowie Pro Natura.

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