Moorbläuling © D.Hindermann

Artenförderungsprojekt Moorbläulinge

Mit einem mehrjährigen Artenschutzprojekt hat Pro Natura Bern die beiden stark gefährdeten Moorbläulingsarten im westlichen Berner Oberland gezielt gefördert. Ziel waren eine optimale Bewirtschaftung der Lebensräume und lokale Aufwertungen.

Im westlichen Berner Oberland kommen zwei vom Aussterben bedrohte Schmetterlingsarten vor: Der Grosse Moorbläuling (Maculinea teleius) und der Dunkle Moorbläuling (Maculinea nausithous). Das wohl grösste Vorkommen dieser Schmetterlinge in der Schweiz befindet sich im Simmental und Saanenland. Die Region trägt somit eine grosse Verantwortung für die längerfristige Erhaltung dieser Tagfalter. Damit diese auch in Zukunft noch zahlreich über Wiesen und Weiden fliegen, soll ihr Lebensraum durch eine optimale Bewirtschaftung erhalten und gefördert werden.

Zu diesem Zweck hat Pro Natura Bern in Zusammenarbeit mit der Abteilung Naturförderung des Kantons Bernein ein Projekt zur Förderung dieser Tagfalter lanciert. Ziel des Projektes war es, geeignete Standorte mittels Nutzungsvereinbarungen zu sichern und mit punktuellen Eingriffen (Entbuschen, Waldrand durchforsten) aufzuwerten sowie die Landwirte hinsichtlich des Vorkommens und der Ansprüche dieser Tagfalter zu sensibilisieren.

Im Jahr 2012 wurden erste Grundlagen erarbeitet: Das Obersimmental und das Saanenland wurden systematisch nach bisher unbekannten Moorbläulings-Populationen abgesucht. Die Resultate aus diesen Kartierarbeiten können als erfreulich eingestuft werden. Die beiden Moorbläulings-Arten konnten an vielen, bisher unbekannten Standorten nachgewiesen werden. Auch die Vernetzung unter den einzelnen Populationen scheint zum jetzigen Zeitpunkt, mit gebietsweisen Abstrichen, noch relativ intakt zu sein.

Bis Ende 2017 konnten die Projektarbeiten abgeschlossen werden. Insgesamt wurden 85 Bewirtschaftungsverträge zwischen der Abteilung Naturförderung und den Landwirten für 175 Parzellen mit einer Fläche von total 75 ha abgeschlossen. In Kombination mit diversen Aufwertungen sowie Öffentlichkeits- und Sensibilisierungsarbeit konnten damit die Lebensraumbedingungen für die beiden gefährdeten Schmetterlingsarten in einem schweizweiten Verbreitungsschwerpunkt gesichert werden.

Das Projekt wurde ermöglicht durch Beiträge von Pro Natura, der Abteilung Naturförderung des Kantons Bern, der Stotzer-Kästli-Stiftung und der Temperatio-Stiftung.

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