Gwattmoos ©Jan Ryser

Ein Mosaik offener Wasserflächen, Grünland und Hangriede

Naturschutzgebiet Gwattmösli, Thun

Nur eine Restfläche der Feuchtwiese im Gwatt entging in den 80er-Jahren der Aufschüttung. Dank Kauf und Aufwertung durch Pro Natura Bern konnte eine Naturoase am Rande des Industriegebietes erhalten werden.

Wegen einer geplanten Parkplatzanlage wurde die einst sumpfige Wiese im Gwattmösli (leider) aufgeschüttet und anschliessend an Industriebetriebe verkauft. Infolge dieser Aufschüttung staute sich am Waldrand Wasser und bildete einen Tümpel, der sich innert weniger Jahre zu einem einzigartigen Biotop entwickelte.

Wie wir zum Gwattmösli kamen

1985 erwarb Pro Natura Bern dank grosszügiger finanzieller Unterstützung (SEVA, UTB, Brunette-Stiftung, Stadt Thun und viele Privatspenden) von der Frutiger AG 6000m2 Land auf dem Industriegelände und konnte damit wertvolle Biotopflächen sichern. Seit 1986 ist das Objekt kantonales Naturschutzgebiet. 2001 wurde es ins Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Das Naturschutzgebiet Gwattmösli zeichnet sich durch ein Mosaik von offenen Wasserflächen, Grünland und Hangrieden aus. Diese verschiedenartigen Kleinbiotope beherbergten eine reichhaltige Pflanzen- und Tierweltwelt. Leider war in den letzten Jahrenzahnten, bedingt durch verschiedene ungünstige Einflüsse, ein Artenrückgang zu verzeichnen, insbesondere bei den Libellen. Zur Zeit bevölkern noch rund 12 Libellenarten, darunter z.B. die Glänzende Smaragdlibelle, das Gebiet.
Das Gwattmösli ist dank seiner zentralen Lage in der Agglomeration von Thun einer breiten Bevölkerung zugänglich und eignet sich auch für Feldbeobachtungen durch Schulklassen.

Erweiterung und Aufwertung 2013

Angrenzend an das Naturschutzgebiet befindet sich eine Parzelle mit einem grossen röhrichtbestandenen Weiher und Grünland, das als Industrieland vorgesehen war. Nachdem die Zukunft der 1,5 ha grossen Fläche lange unklar war, konnten Pro Natura Bern und Region Thun 2011 mit der Stadt Thun einen Baurechtsvertrag abschliessen. In der Folge führten wir Anfang 2013 Aufwertungen durch: Der eingdolte Bach wurde ans Licht geholt, ein grosser Weiher und zahlreiche kleine Gewässer erstellt, Kleinstrukturen gebaut, Hecken gepflanzt und der Waldrand aufgewertet. Zielarten sind die Gelbbauchunke und die Quellljungfern (Libellen).

Die Pflege erfolgt, ausser mit Hilfe von Freiwilligen, mit Wasserbüffeln und Schottischen Hochlandrindern. Diese konnten bereits einige Jahre beweisen, dass sie das Röhricht reduzieren und eine gewisse Dynamik aufrechterhalten können.