Hinteres Lauterbrunnental © Christian Roesti

Naturschutzgebiet Hinteres Lauterbrunnental

Das Hintere Lauterbrunnental ist eine wilde Alpenlandschaft mit einem beeindruckenden Gipfelpanorama auf mehrere Drei- und Viertausender. Die Vielfalt der Lebensräume schafft eine sehr hohe Artenvielfalt.

1947 erwarb Pro Natura aus dem Erlös einer Schoggitaleraktion die Alp Untersteinberg. Durch den Kauf der Alp Breitlauenen 1954 wurde das Schutzgebiet auf eine Fläche von ca. 5 km2 erweitert. In der Folge stellte der Berner Regierungsrat im Jahr 1960 das ganze Hintere Lauterbrunnental (rund 25 km2) unter kantonalen Schutz.

Die grossartige Hochalpenlandschaft ist landschaftlich sehr vielfältig und zeichnet sich durch seine grosse Pflanzenvielfalt aus. Am Rand der Gletscher entspringen zahlreiche Wildbäche, die auf ihrem Weg ins Tal unter grossem Tosen mehrere Geländestufen passieren. Die vielen verschiedenen Bergbäche beherbergen eine grossartige Vielfalt an Gewässerinsekten. Insbesondere die als gute Bioindikatoren geltenden Steinfliegen sind mit rund 20 Arten vertreten. Besonders sehenswert sind der Holdribach- und der Talbachfall. Bei letzterem schiessen die herunterstürzenden Wassermassen mit grosser Geschwindigkeit durch einen engen Felsring. Das Tal bietet eine abwechslungsreiche Vegetation mit einem schönen Hochmoor und vielen farbenprächtigen Bergwiesen. Die ausserordentliche Pflanzenvielfalt ist u.a. auf das Aufeinandertreffen von Silikat- und Kalkgestein zurückzuführen. Als Folge des Arten- und Strukturreichtums findet sich eine sehr hohe Zahl an Schmetterlingen und anderen Insekten. Weiter wurden im Hinteren Lauterbrunnental 66 Vogelarten gesichtet, wobei mindestens 25 davon brüten. Typische Brutvögel sind Haselhuhn, Rotkehlchen, Zitronenzeisig, Alpenbraunelle und Alpenschneehuhn. Gemsen und Steinböcke können oft an den Berghängen beobachtet werden.

Der Ranger

Seit 2012 arbeitet im Naturschutzgebiet ein Ranger. Christian Roesti ist Zoologe und interessiert sich im Speziellen für die Tier- und Pflanzenwelt im Hinteren Lauterbrunnental. Zu seinen vielfältigen Aufgaben gehören:

  • Besucherinformation (z. B. Informationstisch im Schürboden oder unterwegs im Naturschutzgebiet)
  • Information über die Arbeit und Ziele von Pro Natura im Naturschutzgebiet
  • Exkursionen (über die Tiere, Pflanzen und die Ökologie der Gebirgswelt)
  • Aufsicht (Leinenpflicht Hunde, Feuer, Beeren und Pilze sammeln)
  • Bestandesaufnahmen Fauna und Flora
  • Baubegleitung der Alpgebäude (z. B. Renovation Schindeldächer)

Der Ranger arbeitet während den Sommermonaten an rund 2-3 Tagen pro Woche im Gebiet. Er ist im Schürboden stationiert. Sie erreichen ihn unter den Telefonnummern: 077 470 16 38 (im Winter 079 502 98 00) und @email.

Exkursionen

Sie können Ranger Christian Roesti jederzeit für eine private Exkursion im Naturschutzgebiet buchen.
Diese Exkursionen führen zum Beispiel von Stechelberg zum Bergwerk Trachsellauenen, in den Schürboden, zur Auenlandschaft Chrummbachaue und zum Hochmoor im Läger und danach "ins Tal" und wieder zurück nach Stechelberg. Je nach Gruppe und Interesse werden die Exkursionsziele angepasst. Exkursionen für Schulklassen bieten sich ab der 5. Klasse an. Die Schülerinnen und Schüler lernen während den Exkursionen viel Interessantes über die Bedingungen, in denen Tiere und Pflanzen hier leben und erleben die Natur auf spielerische Art und Weise.

Der Faltprospekt «Bestand hat nur der Wandel» informiert Sie über Geschichte und Bedeutung des Schutzgebiets und bietet Wandervorschläge auf einer Karte. Zu beziehen in deutsch, französisch und englisch auf der Geschäftsstelle.